Pimp Lajos

Cieneguilla, Peru

Aldea Infantil Westfalia Kinderdorf

 

 


Neues aus der Dorfgemeinschaft

Über 20 herangewachsene Kinderdorfkinder können aktuell offiziell aus dem Kinderdorf entlassen werden mit der Perspektive auf ein besseres Leben. Sie haben den Abschluss geschafft - wie zum Beispiel Florinda und Edixa, die nun zusammen in einem kleinen Zimmer im Norden von Lima wohnen, wenige Minuten von ihrem Arbeitsplatz entfernt. Florinda arbeitet seit dem 1. Juli 2013 als ausgebildete Krankenschwester in einem Militärhospital. Edixa hat nach ihrer Ausbildung in der Gastronomie eine Arbeitsstelle im Bistro-Café angetreten. Dem langjährigen Einsatz der Kinderdorfleitung und der Treue der Paten ist es zu verdanken, dass unsere Jugendlichen den Sprung geschafft haben. Wir wissen das zu schätzen und freuen uns, dass die nachwachsenden Kinder immer mehr Vorbilder zum Nacheifern bekommen.

Ausbildung ist die beste Selbsthilfe - und gemäß dieser Erkenntnis hat der amerikanische Staat dem peruanischen Erziehungsministerium finanzielle Hilfe im Rahmen eines Förderungsprogramms (Beca 18 Albergues) für Kinderheime und Kinderdörfer zur Verfügung gestellt. Frau Schrader-Woyke hat sich unverzüglich um Stipendien für ihre Kinderdorfkinder und die mittellosen Jugendlichen bemüht, die im Vorausbildungsprogramm des Instituto im Kinderdorf gefördert worden sind. Von 36 Anträgen wurden 30 bewilligt - 10 Kinderdorfkinder und 20 mittellose Jugendliche (bisher vom Rotary-Club Kaiserpfalz Paderborn unterstützt) können nun ihre Berufsausbildung oder auch eine Zusatzqualifikation über ein Stipendium finanziert bekommen.

 

Freiwilligendienst im Westfalia Kinderdorf

Im Westfalia Kinderdorf sind Freiwilligenhelfer stets willkommen. Auf Grund der vielen - zum Teil noch kleinen - Kinder bietet sich hier ein breites Tätigkeitsfeld. Für Interessenten haben die derzeitigen Freiwilligenhelfer Tatiana, Klara, Charlotte, Antonia und Leon eine eigene Homepage erstellt, mit vielen nützlichen Informationen und Fotos: http://whitehome2811.wix.com/kinderdorf

Anfragen und Bewerbungen sind zu richten an die Geschäftsstelle des IVWK in Paderborn:

Internationaler Verband Westfälischer Kinderdörfer e.V.,Von-Dript-Weg 2, 33104 Paderborn

Tel. 05252/51250, ivwk.pb@t-online.de

 

Zwei Mikrofirmen gegründet

Nach langen Verhandlungen ist es endlich geschafft: Das Westfalia Kinderdorf, der Rotary-Club Miraflores und die peruanische NRO "Pan Soy" haben eine Vereinbarung unterschrieben, in der der Aufbau eines Kleinunternehmens für Jugendliche des Kinderdorfes mit und ohne Behinderung als zu förderndes Pilotprojekt umrissen ist. Damit steht die Unterstützung des Westfalia Kinderdorfes bei der Schaffung einer nachhaltigen Perspektive für behinderte Kinderdorfkinder, die ansonsten keine feste Anstellung finden und somit nicht entlassen werden könnten.

Mit Assistenz der BWL-Studentin Clara Solzbach, die für vier Monate als Freiwilligenhelferin vor Ort war, wurde organisatorisch und betriebswirtschaftlich (Business-Plan) der Start der Kleinstbetriebe geschafft.

Den Leitgedanken der Inklusion im Blick, wurde im Kinderdorf nach der Gründung des ersten Kleinstbetriebes / Kleinunternehmens - Iskay Kori (die goldene Zwei) die Gründung einer zweiten "Micro Empresa" - Iskay Nawi (die goldenen Augen) vorgenommen. Die Namen der beiden Kleinstbetriebe sind aus der Quechua - Sprache: Ca. 5 - 8 junge Menschen, die meisten leicht behindert, areiten unter der Leitung je einer ausgebildeten gesunden Kraft. Sie stellen Produkte her, die sie anschließend zum Verkauf anbieten. Bei Iskay Kori liegt der Schwerpunkt auf der Bäckerei, bei Iskay Nawy auf dem Kunsthandwerk. Wir wünschen dem Team viel Erfolg!

 

Endlich ein kinderdorfeigener Sportplatz

Dank eines Matching Grant von Rotary International, dem RC Palma Junipero Serra auf Mallorca und dem RC Miraflores (Frau Schrader-Woyke ist Mitglied) konnte in den letzten beiden Monaten ein kleines Betonfeld gegossen und der Mini-Sportplatz angelegt werden. Die Kinderdorfkinder sind überglücklich, dass sie nun in ihrem Dorf eine richtige Sportstätte für sich selbst und auch für Gastmannschaften haben.

Auflage des Erziehungs/Frauenministeriums war im Zusammenhang mit der Genehmiung dieser Baumaßnahme, dass Toilettenräume (Behinderten- und Gästetoiletten) und Rampen für Behinderte vor allen Gebäuden des Kinderdorfes angelegt werden. Wir danken dem RC Kaiserpfalz Paderborn und unseren Spendern für die Finanzierung.

(Sommer 2013)


Leonardo in der Bäckerei Goeken

Leonardo, der im Kinderdorf das Backen gelernt und bei SENATI, einer staatlich anerkannten Organisation für Lehrlingsausbildung in Peru, die Lehrabschluss-Prüfung bestanden hat, ist seit Oktober in Deutschland. Drei Monate hat er täglich eine Sprachenchule in Paderborn besucht, um Deutsch zu lernen. Im Januar konnte er dann in Bad Driburg in der Großbäckerei Goeken die duale deutsche Bäckerei-Ausbildung b

eginnen. Wir hoffen, dass er so gut qualifiziert wird für seine zukünftige Aufgabe als Veantwortlicher für die Bäckerei-Ausbildung im Kinderdorf. Wir danken dem Rotary-Club Kaiserpfalz in Paderborn, der die Vorausbildung im Westfalia Kinderdorf, auch für mittellose Kinder der Region, bereits seit 2008 finanziell trägt. Wir danken der Famiie Goeken, die bei der Einweihungsfeier der neuen Back-Galerie um Spenden für das Ausbildungsprojekt gebeten hat. Wir danken den Gastfamilien, in denen Leonardo untergebracht ist und die sich fürsorglich um ihn kümmern.

 

Inocencio Diplom in Chemie abgeschlossen

Über die Nachricht von Inocencio, einem "Ehemaligen", der in der Landwirtschaft gelernt hatte, freut sich die Kinderdorfleiterin besonders. Er hat sich nach der Entlassung aus dem Kinderdorf noch weitergebildet, mittels Nachtarbeit sein Studium der Chemie finanziert, und vor kurzem sein Diplom erhalten. Herzlichen Glückwunsch!

 

Besuch aus Hamm - "Zwei aus einer Welt - Kunstbegegnung Hamm - Peru"

Marianne Bähler und Renate Peth mit ihren beiden Töchtern, sind im Juli 2012 für zwei Wochen nach Cieneguilla gereist, um dort die Sanierung des Familienhauses "Hamm" zu besichtigen und dort mit den Kinderdorfkindern künstlerisch tätig zu sein. Im Gepäck hatte die Kuratoriumsvorsitzende, die als Lehrerin an ihrer Schule seit nunmehr 20 Jahren "Motor" für das Doppelhaus "Hamm" im Westfalia Kinderdorf ist, dreißig Holzschnitte, die von einzelnen Hammer Künstlern und Schülern der Albert-Schweitzer-Schule unter dem Thema "Überschneidungen" zur Hälfte gestaltet waren. Eine entsprechende Anzahl an Kinderdorfkindern bearbeitete die zweite Seite, und dabei herausgekommen sind interessante als auch ausdrucksstarke Druckvorlagen, die die individuelle Handschrift der einzelnen Akteure und ihrer jeweiligen kulturellen Prägung erfahrbar werden lassen und somit den interkulturellen Austausch von Menschen aus zwei Kontinenten auf künstlerischer Ebene in den Blick nehmen. Zurückgekehrt nach Hamm, wurden die Arbeiten gedruckt  und die Kunstwerke über ein ganzes Jahr in mehreren Ausstellungen unter dem Motto "Zwei aus einer Welt, Kunstbegegnung Hamm - Peru " präsentiert. Die Drucke wurden zum Verkauf angeboten und können auch weiterhin erworben werden. Von Schülern selbst zubereitete lateinamerikansiche Speisen und Getränke wurden während der Ausstellungseröffnung vekauft. Mit dem Erlös soll das Kindedorf unterstützt werden. In Ergänzung zu den Kunstwerken hatte Katharina Huxol, die vor Studienbeginn für ein Jahr im Kinderdorf als Freiwilligenhelferin gearbeitet hatte, eine Fotoserie für die Präsentation vorbereitet mit Impressionen von Peru und aus dem Aldea Infantil. Allen Beteiligten danken wir für dieses besondere Engagement.

 

Zur heutigen Zeit...

 

Liselotte Schrader-Woyke, Leiterin Westfälisches Kinderdorf Cieneguilla... bewohnen knapp 100 Kinder mit ihren Pflegeeltern die Familienhäuser. Ältere Jugendliche sind zum Teil außerhalb des Dorfes in Lima untergebracht, um die weiterführenden Schulen und Ausbildungs- bzw. Arbeitsplätze besser erreichen zu können.

Der Kindergarten ist immer voll besetzt, weil in unserem peruanischen Kinderdorf viele Kinder im Vorschulalter sind und auch die Kleinen aus Cieneguilla gerne kommen. Die Größeren gehen zur Schule in Cieneguilla.

Das Ausbildungszentrum ist mittlerweile gut ausgestattet, dank der vielen Spenden und Sachzuwendungen aus Deutschland. Mit Hilfe der Kofinanzierung durch das BMZ (Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit) konnte im Jahr 2007 eine dringend notwendige leistungsstarke Solaranlabe angeschafft werden, ohne die der Betrieb der technischen Ausbildungsgänge nicht möglich wäre. Das Ausbildungsangebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler des Kinderdorfes sowie an auswärtige, zum Teil mittellose Jugendliche. Dabei kooperiert das Westfalia Kinderdorf mit der staatlichen Schule in Cieneguilla namens I.E. Victor Raul Haya De La Torre. Die anfallenden Kosten für die mittellosen Jugendlichen werden in Zusammenarbeit und Übereinkunft vom Rotary-Club de Miraflores in Lima und dem Rotary-Club Paderborn-Kaiserpfalz übernommen. Das Vorausbildungsprogramm umfasst die Bereiche Elektro- und Schweißertechnik, Bäcker- und Schneiderhandwerk, Informatik, sowie Aufbaukurse in Mathematik und Physik...

Der Ausbau der landwirtschaftlichen Nutzflächen, auf denen wir Jojoba, Äpfel, Bananen, Papaya, Mango, Maracuja, Gemüse und vieles mehr anbauen, ist mit sehr viel Arbeit verbunden. Große Findlinge, Steine und sehr viel Geröll müssen weggeräumt, fruchtbare Muttererde herangeschafft, mit der örtlichen Erde gemischt und konsequent bewässert werden. Durch die Fertigstellung eines Gewächshauses mit eigener Bewässerungsanlage können wir nun das ganze Jahr über frisches Gemüse ernten, was erheblich zur gesunden Ernährung der Kinder beiträgt.

 


 


Wie in Cieneguilla alles begann ...

1986 Vorbereitung zur Errichtung einer sozial-pädagogischen Einrichtung in Peru, erste Kontakte mit Behörden;
parallel erste Spendenaktionen in Deutschland
1989 Verbriefung des von der Stadt Lima geschenkten Baulandes (Geröll- und Steinwüste) als Eigentum des Kinderdorfes; Vorbereitung der Bebauung; Bau des ersten Wassertanks, finanziert durch einen Sponsoren-Marsch von München nach Venedig
1990 Offizielle Grundsteinlegung; Fertigstellung von "Haus Wetter", finanziert durch Spendenaktionen von Bürgern der Stadt Wetter
1991 Fertigstellung des Gemeinschaftshauses mit Kindergarten, Versammlungsraum, Verwaltung, Gästezimmern, maßgeblich finanziert durch deutsche Zahnärzte
1992 Bau der beiden Familienhäuser "Nordkap-Gibraltar 1 und 2", finanziert durch eine 13-Wochen-Benefiz-Radtour vom Nordkap in Norwegen bis nach Gibraltar
1993 Bau der Familienhäuser "Hamm 1 und 2", finanziert durch vielfältige Spendenaktionen von Schülern, Eltern und Initiativen der Stadt Hamm; Bau des Hauses "Westerwinter" mit Therapiestation und Gemeinschaftsküche
1994 Bau der Krankenstation, finanziert von der amerikanischen Botschaft in Lima, der Evangelischen Jugend Hessen und der Bonifatius-Grundschule aus Paderborn
1996 Bau des Familienhauses "Haus Paderborn", finanziert durch die fach-, klassen- und schulübergreifende Projektarbeit "Kinder helfen Kindern - wer hilft mit?", zusätzlich unterstützt von Bürgern, Unternehmen und Vereinen aus Paderborn; Baubeginn der dorfeigenen Bäckerei, Schreinerei und Schusterei
1997 Aufbau der Windkraft- und Solaranlage, unterstützt von der Solinger Gruppe "Windkraft für Peru" sowie einem Zuschuss des Landes Nordrhein-Westfalen
1998 Bau eines weiteren Wasserreservoirs zur Ausweitung der Landwirtschaft, finanziert durch wiederholte Spenden der katholischen Gemeinde Köln-Porz; Aufbau weiterer Stallungen für Schweine, Hühner, Lamas und Kleintiere; Installierung der thermischen Warmwasseranlagen auf jedem Haus
1999 Baustart der Brücke über den Rio Lurin, finanziert durch Aktivitäten des Regenbogen-Ateliers Hannover sowie mit Spenden von Privatpersonen; Ausbau der dorfeigenen Handwerksbetriebe
2000 Bau des Familienhauses "Haus Künsting", finanziert durch ein Bürener Ehepaar
2001 Bau des Familienhauses "Haus Regenbogen-Hannover", finanziert durch das Regenbogen-Atelier Hannover und Spenden von Privatpersonen; Baumaßnahmen für die Ausbildungsstätten
2002 Eröffnung des Hauses "Regenbogen-Hannover"; Einrichtung weiterer Werkstätten; Fertigstellung der Ausbildungshalle als Pilotprojekt für das geplante, große Ausbildungszentrum, finanziert durch ein schul- und jahresübergreifendes Projekt Paderborner Schulen
2003 Einrichtung der Lehrgänge Technisches Zeichnen, Elektro- und TV-Mechaniker, Office-Schulung, Schneiderei
2004/5 Bau eines Gewächshauses mit eigener Bewässerungsanlage mittels eines Landwirts aus Sachsen-Anhalt
2007 Kauf und Installation der Solaranlage für die technisch/praktische Ausbildung, Kofinanzierung durch das BMZ (Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit)
2008 Start der Vorausbildungskurse (Bäckerei Schneiderei, Schweißen) parallel zu den letzten Klassen der "Sekundaria"