Pimp Lajos

Kreislauf der Hilfe

Um transparent und somit nachvollziehbar zu machen, was alles nötig ist, um in Not geratenen Kindern zu helfen, ihre traumatischen Erlebnisse gemeinsam zu verarbeiten und sie in ein Leben mit Eigenverantwortung und realistischen Chancen zu führen, haben wir diesen Kreislauf der Hilfe mit Perspektiven aufgezeichnet. Er soll allgemein verdeutlichen, wie wir die Kinder auffangen, sie an die Hand nehmen und sie, solange es nötig ist, begleiten.

Jedes Kind hat eine ganz persönliche (Vor)Geschichte durchlebt und somit die einzelnen Gesundungs- und Entwicklungsphasen ganz individuell erlebt, was Zeit und Inhalt betrifft. Denn es ist wichtig zu begreifen, dass ein afrikanisches Kleinkind, das mit zwei Jahren ohne Erinnerung an die leiblichen Eltern in unser Kinderdorf kommt, eine andere Entwicklung durchläuft als ein zwölfjähriger peruanischer Junge, der die letzten vier Jahre gezwungen wurde, für Terroristen Bomben zu bauen und zu legen, oder ein achtjähriges, indisches Mädchen, das auf der Straße lebte und mit Betteln seinen Lebensunterhalt erstreiten musste.

Aber allen Kindern ist eins gemeinsam: Sie hatten zu keiner Zeit die Möglichkeit, Kind zu sein, die Welt für sich zu entdecken oder die Hoffnung zu haben, sich selbst ein würdevolles Leben mit Perspektiven aufzubauen.

 

Phase der Integration und Basis-Entwicklung

  • Erstkontakt, Aufnahme
  • Entscheidung, behördliche Genehmigung
  • Basisversorgung, medizinisch-psychologische Grundversorgung
  • Aufnahme in die Pflegefamilie, Eingewöhnung, Rekonvaleszenz
  • intensive, individuelle psychologische Betreuung, Trauma-Behandlung
  • Aufbau des gesunden, normalen Ich-Empfindens
  • Lernen, einfach mal Kind zu sein, zu spielen, Spaß zu empfinden, sorglos zu sein

 

Vorbereitung der schulischen Laufbahn

Erste kleinere Aufgaben mit den Zielen:

  • Aufbau der Kontaktfähigkeit
  • Aufbau des Gruppenverhaltens
  • Aufbau der Konzentrationsfähigkeit
  • Verantwortung begreifen
  • Rechte und Pflichten erkennen
  • Freunde finden, andere akzeptieren
  • eigene Fähigkeiten/Vorlieben entdecken
  • Spaß am Lernen entwickeln, Neues entdecken
  • Kindergarten mit schulischer Vorbildung

 

Phase der Persönlichkeitserweiterung

  • schulische Grundausbildung, Vermittlung kommunikativer Kompetenz
  • Erfüllen von alltagsrelevanten Aufgaben innerhalb der Dorfgemeinschaft
  • eigene Fähigkeiten/Vorlieben weiter ausbauen, fördern
  • Leben dürfen, Perspektiven begreifen
  • weiterführende Schule besuchen / Pubertät meistern
  • kritisches Denkvermögen vermitteln, Kritikfähigkeit ausbauen
  • Berufe entdecken / Praktika absolvieren
  • Schule abschließen / Berufsentscheidung treffen
  • Beruf erlernen / Abschlussprüfung bestehen

 

Vorbereitung auf Entlassung aus der Dorfgemeinschaft

  • Anstellung finden und/oder Selbstständigkeit aufbauen
  • Zusatzausbildung,Weiterbildung, gegebenenfalls Studium beginnen
  • eigenen Hausstand außerhalb der Dorfgemeinschaft gründen

 

Entlassung in ein selbstständiges Leben mit eigenverantwortlichen Perspektiven

  • Existenz sichern
  • Familie gründen
  • Kontakt zum Kinderdorf pflegen, sich weiter engagieren


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