Pimp Lajos

Am Anfang stand die pädagogische Leitidee


Der bereits verstorbene Friedhelm Bertling, Präsident des Internationalen Verbandes Westfälischer KinderdörferFriedhelm Bertling, gründete 1977 unser unabhängiges, überkonfessionelles Kinderhilfswerk, nachdem er 1966 schon den rein national orientierten Verein "Westfälisches Kinderdorf e.V." gegründet hatte. Das neue Ziel:Weltweit Westfälische Kinderdörfer durch ideelle und finanzielle Unterstützung zu schaffen und zu unterhalten.

An der pädagogischen Leitidee unserer Arbeit bekundeten verschiedene ausländische Institutionen besonderes Interesse und gründeten in den jeweiligen Heimatländern Ghana, Indien und Peru entsprechende Trägervereine als nationale Basis für die dortigen Kinderdörfer.

Lassen Sie sich überzeugen, dass auch Ihre Hilfe gebraucht wird und wie Sie Kindern nachhaltige Perspektiven eröffnen können.

 

"Die Familie als umfassende Lebensbasis"

unsere pädagogische Konzeption

Wir integrieren dauerhaft Waisen und bedürftige Kinder in Familien mit einheimischen Pflegeeltern. Denn wir sind der Meinung, dass die konsequente Verfügbarkeit von Müttern und Vätern die wichtigste pädagogische Basis für eine fundierte Persönlichkeitsentwicklung darstellt. Den Pflegeeltern, deren leiblichen Kindern und den aufgenommenen Kinderdorfkindern steht je ein Familienhaus zur Verfügung. Die Kontinuität in der Beziehung zu festen Bezugspersonen, also zu den Eltern, den Geschwistern und zur gesamten Dorfgemeinschaft, hilft den Kinderdorfkindern, ihre oft dramatischen Erlebnisse besser zu verarbeiten - und uns, sie mit Liebe und Fürsorge auf ein selbstständiges Leben in Würde und Eigenverantwortung vorzubereiten. Alle Kinder erhalten eine Schulausbildung an den örtlichen Schulen. Ebenso - bei entsprechender Begabung - die Möglichkeit zum Besuch weiterführender Schulen und natürlich eine Berufsausbildung. Die Jugendlichen werden nicht mit einem bestimmten Alter entlassen, sondern erst mit abgeschlossener Ausbildung. Unsere Kinderdörfer stehen grundsätzlich allen Kindern offen - wir unterscheiden bei der Aufnahme nur nach Bedürftigkeit, nicht nach Religion oder Herkunft. Die Ausübung von Religion wird den Kindern in den Familien und zuständigen Gemeinden frei ermöglicht. In vielen Initiativgruppen für Tanz, Musik, Gesang und Malerei werden Kultur und Kunst des jeweiligen Landes und der spezifischen Bevölkerungsgruppen bewusst gemacht und aktiv gepflegt.

 

"Hilfe zur Selbsthilfe"

unsere wirtschaftliche Konzeption

In den Ländern, in denen wir Kinderdörfer errichtet haben, gibt es nahezu kein soziales Netz mit staatlichen Geldern für Erziehung, Ernährung, medizinisch-psychologische Versorgung, Kleidung oder Ausbildung. Deshalb finanzieren sich unsere Kinderdörfer weitgehendst aus Spenden und den uns von Gerichten und Staatsanwaltschaften zugewiesenen Bußgeldbeträgen. Langfristig streben wir wachsende, wirtschaftliche Eigenversorgung an. Deshalb beschreiten wir den Weg der "Hilfe zur Selbsthilfe von Anfang an". Schon in der Planung jedes Westfälischen Kinderdorfes werden Landwirtschaft (Nahrungsmittel- und Nutzpflanzenanbau, Tierzucht) und kleine Handwerksbetriebe (Bäckerei, Schreinerei, Schusterei, Druckerei) integriert - zur Selbstversorgung, zur Aus- und Weiterbildung, um Arbeitsplätze zu schaffen und zur Herstellung von Produkten, deren Verkauf zusätzliche Einnahmemöglichkeiten bietet. Dadurch wirken sich unsere Kinderdörfer auch positiv auf die wirtschaftliche Situation der umliegenden Bevölkerung aus, denn durch den Bau der Kinderdorf-Gebäude, die Errichtung der Infrastruktur und den Auf- und Ausbau der Handwerksbetriebe werden Arbeitsplätze geschaffen.

"Energien sinnvoll nutzen"

unsere ökologische Konzeption

In allen Westfälischen Kinderdörfern werden - soweit sinnvoll und realisierbar - regenerative Energiequellen genutzt: Biogas, Windkraft und Solarenergie zur Stromgewinnung und Warmwasseraufbereitung. Damit schonen wir die zumeist sehr teuren, herkömmlichen Ressourcen und tragen dem Ziel der nachhaltigen Entwicklung Rechnung. Die Nutzung regenerativer Energien bedeutet für unsere Kinderdörfer auch einen weiteren Schritt zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit. Das Energieversorgungskonzept unseres peruanischen Kinderdorfes war ein offizielles Modell-Projekt im Rahmen der Weltausstellung EXPO 2000.

"Mit offenem Charakter"

unsere bauliche Konzeption

Geplant werden pro Kinderdorf bis zu 15 Familienhäuser, ein Gemeinschaftshaus mit Kindergarten, Verwaltungsbüro, Räumen für gemeinsame Veranstaltungen und Gästezimmer, ein Kinderspielplatz, Sportplatz, Stallungen, landwirtschaftliche Nutzflächen und handwerkliche Kleinbetriebe. Die möglichst aus lokalen Materialien hergestellten Gebäude entsprechen dem landesüblichen Baustil und sind somit der Umgebung angepasst. Weiterhin werden Bauprojekte verwirklicht, die zusätzlich der regionalen Infrastruktur zugute kommen: Hierzu gehören beispielsweise Krankenstationen und Ausbildungszentren. Diese Einrichtungen stehen dann auch der regionalen Bevölkerung zur Verfügung. Damit sind unsere Westfälischen Kinderdörfer keine "isolierten Wohlstandsinseln", sondern verbessern auch die Versorgungsstruktur des Umlandes. Das schafft Vertrauen und Akzeptanz und fördert Kooperationen mit der einheimischen Bevölkerung, regionalen Institutionen und Behörden.

"Gemeinsam für ein Ziel"

unsere partnerschaftliche Konzeption

In allen Westfälischen Kinderdörfern sind ausschließlich einheimische Kräfte angestellt. Eltern und Kinderdorfleitungen kennen ihr Land, sprechen die dortigen Sprachen und Dialekte und können so die nationalen Besonderheiten auf politischer, ökonomischer, kultureller und religiöser Ebene erheblich besser beurteilen. Der Internationale Verband Westfälischer Kinderdörfer steht jederzeit in unmittelbarem Kontakt zu den Kinderdorfleitungen. Das schafft weitgehendste Entscheidungsfreiheit vor Ort mit effektiver Kontrolle über die satzungsgemäße Mittelverwendung. Auch der nützliche Aufbau von Kooperationen mit regionalen Institutionen aus Politik, Bildung, Arbeit, Religion und Kultur ist so wesentlich einfacher und erfolgreicher durchzuführen. Unsere Kinderdorfleitungen pflegen die enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden, die nach den Gesetzen und Richtlinien des jeweiligen Landes die Kinder unseren Kinderdörfern zuweisen. So schaffen wir Transparenz und Gemeinschaftlichkeit überall dort, wo wir ein Westfälisches Kinderdorf errichten, und überzeugen immer mehr Menschen von unserem Ziel: Kindern Perspektiven geben ...



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